Eine beeindruckende Karriere ist im Steigenberger Bad Homburg im August letzten Jahres zu Ende gegangen, denn Direktor Michael Kain hat wenige Monate vor seinem offiziellen Ruhestand aus gesundheitsbedingten Gründen das Haus an seine Nachfolgerin Vanessa Witsch übergeben. Der letzte Akt seiner beruflichen Karriere war allerdings ein wenig unerfreulich. (…) In den mehr als drei Jahrzehnten, die Kain für Steigenberger tätig war, hat er nicht selten Umbau- und Renovierungsprozesse begleitet, bei denen er bereits in der Planungsphase seine Expertise mit einbringen konnte. (…) Trotz seiner diesbezüglichen Indisposition haben wir Kain nie klagen hören, stets war er ein Optimist, der seinen Beruf mit Leidenschaft ausübte. Für viele seiner Mitarbeiter hatte er eine Vorbildfunktion. Aufgrund seiner besonderen Personalpolitik konnte er in allen Häusern, die er führte, ein Team um sich versammeln, das rückhaltlos hinter ihm stand und seine Konzepte mitgetragen und umgesetzt hat. Manchmal versuchte er, die Quadratur des Kreises umzusetzen, denn sein Motto war: „Geht nicht, gibt es nicht.“ Diese Grundeinstellung wirkte sich positiv auf die Service- und Dienstleistungskultur in den Häusern aus, die er führte. Schwierige Gäste gab es für ihn nicht, höchstens anspruchsvolle. In diesem Kontext existieren viele interessante Geschichten, die man über ihn erzählen könnte, zum Beispiel solche von hochrangigen Gästen aus anderen Kulturkreisen, deren Betreuung auch diplomatisches Geschick und viel Fingerspitzengefühl verlangte. (…) Angesichts von Kains Meriten ist hier in Bad Homburg seine Nachfolgerin Vanessa Witsch in recht große Fußstapfen getreten. Wir wagen zu bezweifeln, dass sie diese auch nur annähernd ausfüllen kann. Es ist der aktuelle Trend in der Konzernhotellerie, vor allem aus monetären Gründen bei der Nachbesetzung langjähriger Hotelmanager sich erst einmal in der zweiten und dritten Reihe umzuschauen. (…) Nach wie vor steht dieses Steigenberger an der Spitze der hiesigen Hotellerie in Anbetracht der prominenten Lage unweit des Kurparks und des Casinos, des Zimmerprodukts, der Gastronomie und natürlich auch aufgrund der bislang guten Service- und Dienstleistungsqualität.
(Steigenberger, Bad Homburg)
Bekanntermaßen ist das Kö59 an der feinen Königsallee ein Luxus-Businesshotel par excellence, das gemeinsam mit dem Breidenbacher Hof sowie dem Steigenberger Parkhotel die Spitze der Düsseldorfer Hotellandschaft bildet. (…) Wir sind ein wenig verwundert, dass man nunmehr für dieses Flaggschiff des Hotelkonzerns Henryk Scieszka als Nachfolger für die bisherige Direktorin Daniela Danz bestellt hat. Scieszka war zuletzt in zweiter Reihe tätig und bringt somit noch nicht allzu viel Erfahrung mit, um ein solch komplexes und durchaus sehr anspruchsvolles Haus in die Zukunft zu führen. Umfassende Expertise ist aber unverzichtbar, das weiß keiner besser als Dorint-CEO Jörg T. Böckeler, war er doch hier zu Zeiten von InterContinental von 2007 bis 2010 als General Manager tätig. Für diese vakante Position hatten sich auch erfahrene Hotelmanager, teilweise mit internationaler Erfahrung beworben. Da könnte der Eindruck entstehen, dass diese Entscheidung aus monetären Gründen getroffen wurde. Ein weiterer Grund, an dieser Stelle lediglich einen Statthalter zu verpflichten, wäre, dass Böckeler im Hintergrund sozusagen als graue Eminenz im Haus die Fäden zieht, denn wie uns Insider berichteten, unterhält er hier gleichfalls ein Büro und ist nicht selten vor Ort. Offenbar trifft er auch operative Entscheidungen im Tagesgeschäft, und Scieszka setzt diese dann lediglich um. Es wäre also so etwas wie ein Training on the Job. Zu Böckelers Zeit als General Manager in diesem Haus ist es ihm gelungen, mit seinen hervorragenden Kontakten zu Vertretern der Landespolitik, der Kunst- und Kulturszene sowie der hiesigen Wirtschaft interessante Projekte auf den Weg zu bringen. Wir hoffen jetzt auf die Erfahrung und Weitsicht Böckelers, die richtigen Weichen vor Ort zu stellen. In diesem Kontext gibt es noch mehr Gerüchte, die wir aber an dieser Stelle nicht weiter befeuern möchten. (…)
(Hommage KÖ59, Düsseldorf)
(…) Viele intime Branchenkenner hätten nicht daran geglaubt, dass in naher Zukunft weitreichende Renovierungsmaßnahmen stattfinden würden, vermutet wurden allenfalls kleine Fresh-ups. Offenbar ist Konzernchefin Dr. Monika Gomolla jedoch zur Erkenntnis gelangt, dass, um mittelfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, das Zimmerprodukt auf der Höhe der Zeit sein sollte. (…) Dem strengen Kostenmanagement geschuldet, liegen Bademantel und Slipper für den Besuch nur noch im Segment Superior bereit, ansonsten können sie gegen eine Gebühr ausgeliehen werden. Für die Nutzung der Sauna werden offiziell auf der Homepage zwar 5 Euro aufgerufen, allerdings ließ uns eine Mitarbeiterin wissen, man müsse das aus steuerlichen Gründen lediglich auf der Rechnung ausweisen. Letztlich könne sowieso nicht kontrolliert werden, welche Einrichtung der Gast tatsächlich genutzt habe. (…) Unter dem Argument der Nachhaltigkeit versucht man, die Gäste zu überzeugen, auf die Reinigung des Zimmers zu verzichten. Dies kann durch einen Beutel, der bis Mitternacht am Türgriff der Eingangstür anzubringen ist, bekundet werden. Versprochen wird ihnen für dieses vorbildliche Verhalten eine kleine Überraschung. Und in der Tat kann das Präsent überraschen, denn in diesem Beutel befindet sich dann später beispielsweise nur eine kleine Mandarine oder ein ungesundes Snacktütchen mit gezuckerten Kernen. (…) Das alles spart natürlich Personalressourcen. Wir warten nur noch darauf, dass die Verantwortlichen der Hotellerie uns schmackhaft machen wollen, doch besser die eigene Bettwäsche mitzubringen, da dies Wasser und Waschmittel einspart und somit die Umwelt schont, nicht zuletzt auch deshalb, weil die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste zwischen einem und zwei Tagen liegt. Dies mag ja ein wenig polemisch klingen, aber die Branche ist eben für ihren Einfallsreichtum und ein cleveres emotionales Marketing bekannt. (…)
(Maritim, Stuttgart)
(…) Über viele Jahre hinweg war es eine Pilgerstätte für Gourmets aus halb Europa, schließlich begeisterte hier lange Zeit Christian Jürgens, einer der bekanntesten Kochkünstler Deutschlands, mit seiner kreativen Haute Cuisine. Mit dem unrühmlichen Abgang des Starkochs dürfte sich der Bekanntheitsgrad dieses Hauses noch einmal signifikant über die Feinschmeckerszene hinaus erhöht haben. (…) Vincent Ludwig, Statthalter dieses Luxusresorts, war vermutlich froh, dass sich dieser Fall nun beruhigte. Denn er hätte sich recht schnell zu einem medialen Super-Gau entwickeln können. Ludwig, der seit vielen Jahren eher unauffällig agiert, standen aber Profis aus der Konzernzentrale zur Seite, die durchaus geschickt und vorausschauend handelten. Ungeachtet dessen, dass die Krisen-PR durchaus noch weiter ausbaufähig gewesen wäre, konnte durch schnelles und konsequentes Agieren und eine strategische Öffentlichkeitsarbeit der Imageschaden einigermaßen begrenzt werden. (…) Eine Mitarbeiterin, mit der wir in diesem Jahr im Kontakt waren, darf man als eine wahrhaftige Hospitality-Enthusiastin bezeichnen. Mit ihrem wunderbaren ungarischen Akzent erklärte sie uns voller Begeisterung, was wir von Cornelia Fischer zu erwarten haben. Fischers Küche sei „eine Freude für den Gaumen“, so die Mitarbeiterin. Die Linie ihrer Kochkunst würde sie als „regional, mit offenen Augen auf die Welt“ umschreiben. Schließlich endete sie mit einem verbalen Applaus für das vegetarische Menü, denn Fischer würde mit der Umschreibung „Gartenspaziergang“ genau die richtigen Bilder heraufbeschwören für das, was einen kulinarisch erwarte. Alle im Hause seien sehr positiv gestimmt, und von den Gästen gäbe es durchgängig ein gutes Feedback. Daher seien alle überzeugt, dass sie in diesem Jahr einen Michelin-Stern erhalten werde. Einfach wunderbar, diese Mitarbeiterin! (…)
(Althoff Seehotel Überfahrt, Rottach-Egern)