Daniel Werner, Hoteldirektor dieser noblen Fünf-Sterne-Herberge, ist seinem Führungsstil und damit auch seinem ausgeprägten Ego treu geblieben. Liebend gerne erzählt er von seinen großen Erfolgen, die, wenn überhaupt, nur schwer zu überprüfen sind. Sein Drang, sich öffentlich darzustellen, ist nicht zu bremsen. Darüber berichteten wir in den letzten Ausgaben bereits ausführlich. Wir begleiten Daniel Werner seit Jahren kritisch, und da ihm dies offensichtlich missfällt, versucht er, den direkten Kontakt mit unserem Verlag möglichst zu vermeiden. In einem Telefongespräch teilte uns Werner mit, er könne überhaupt nicht verstehen, dass er in diesem Hotel Guide immer wieder als „pressegeil“ dargestellt werde. Selbstverständlich, so Werner, stehe er schon aufgrund seiner Position regelmäßig im Fokus der Medien. In erster Linie aber profitiere das Hotel doch von seiner Öffentlichkeitsarbeit. Seinen allerneuesten medialen Schachzug setzte er mit Hilfe eines Privatsenders um – in einer Sendung, in der sich mehrere Personen um eine Stelle in seinem Hotel bemühten. Meldungen in der regionalen Presse scheinen ihm nicht mehr auszureichen – ein Millionenpublikum muss es schon sein, vor dem man die eigenen Weisheiten zum Besten gibt. Mit kritischen Fragen oder konstruktiver Kritik von unserer Seite kann und will er sich aber anscheinend nicht auseinandersetzen. (...)
(The Westin Bellevue, Dresden)