(…) Viele Jahre lang war hier Josef Moré verantwortlich – oder einfach „der Josef“, wie er von den Stammgästen genannt wurde. Und Stammgäste gab und gibt es in diesem Dorint sehr viele. Der umtriebige Moré war kein Hoteldirektor im klassischen Sinne. Wie er selbst immer betonte, reduzierte er die Büroarbeit auf eine Stunde pro Tag, um mehr Zeit für seine Mitarbeiter und seine Gäste zu haben. Um das Administrative kümmerte sich seine Stellvertreterin. Das klingt, als hätte man es hier mit einem besonders faulen Exemplar der Gattung Hoteldirektor zu tun. Das war Moré aber mitnichten, in der Gästebetreuung – oder Guest Relation, wie man neudeutsch sagt – lag einfach seine Stärke. (…)
Die Geschäftsleitung hat ihm wiederholt aufgetragen, einen Nachfolger aufzubauen, doch das ist bisher kläglich gescheitert. Nun hat man eine Lösung gefunden, die beiden Seiten gerecht wird: Moré ist bis auf Weiteres in beratender Funktion tätig. (…)
Alles lief wie geplant, Bouhlou fügte sich in die Rolle des gelehrigen Schülers und ging beim großen Moré in die Lehre. Er erkannte, dass er von dieser Konstellation profitieren wird, und eignete sich recht zügig die ungeschriebenen Gesetze an, die hier vor Ort gelten. (…)
(Dorint Nürburgring, Nürburg)
(…) Es verwundert nicht, dass der Altersdurchschnitt bei gefühlten 60 Jahren liegt, da der Wachtelhof
nicht unbedingt auf eine jugendliche Gästeklientel zugeschnitten ist. Das zeigt sich im Übrigen auch beim Betreten der Zimmer und Suiten, deren Interieur doch sehr gediegen wirkt. Natürlich gibt es auch in dieser Altersklasse nicht wenige, die den Stil als altbacken und konservativ empfinden und sich gefreut hätten, wenn der Eigentümer sein Hotel mit Systemmöbeln von USM Haller oder Flötotto eingerichtet
hätte. (…)
(Wachtelhof, Rotenburg an der Wümme)