(…) Einen gewissen Unterhaltungswert hatte in diesem Jahr die resolute Mitarbeiterin der Reservierungsabteilung, die sich bei unserem Informationsgespräch nur ungern unterbrechen ließ und immer weiterplapperte, so dass man sich zwischendurch einen Aus-Schalter gewünscht hätte. Nachdem sie sich gemeldet hatte mit „Guten Tag im InterConti Frankfurt, die Zimmerreservierung“, brachten wir unsere Frage vor, was ein Zimmer zu einem bestimmten Termin kosten würde. Darauf legte die Dame in Hochgeschwindigkeit und gebrochenem Deutsch mit einem Fragenkatalog los. Gleich die erste Frage sorgte für Heiterkeit: „Wie viele Personen gehen aufs Zimmer, bitte schön?“ Dann ging es gleich weiter: „Kommen Sie privat oder wegen Business? Sind Sie Club Member? Haben Sie Firmenrate? Wollen Sie flexible oder stornierbare Rate? Frühstück in der Rate?“ Nachdem wir alle Fragen brav beantwortet hatten, spuckte sie das nüchterne Ergebnis aus: „179 Euro in Superior, bitte schön, der Herr. Darf ich buchen?“ Unser Nein brachte sie etwas aus dem Konzept. Wir wollten gern noch wissen, was die offerierte Kategorie denn biete. Sie brauchte einige Sekunden, um die Frage zu verdauen. Dann kam ein Seufzen, gefolgt von „Hmm, ja ...“, so dass wir Gelegenheit hatten, uns für die blöde Frage ein wenig zu schämen. Ihre Antwort lautete schließlich: „Wir haben sehr bequeme Betten und alle Zimmer sind natürlich auch mit einem Badezimmer und einem Fernseher ausgestattet.“ Bis hierher war das kaum überraschend. Ob es wohl verschiedene Kategorien gebe? Ja, einige, auch eine Clubetage mit vielen Extras. „Hier ist Essen und Trinken dabei“, gab sie zu bedenken, „und Sie haben kostenlos Zutritt zum Schwimmbad und zum Fitnessstudio.“ Interessant, fanden wir, wurde das Schwimmbad nicht schon vor einigen Jahren geschlossen? „Bitte warten, ich prüfe das für Sie, bitte schön!“ Diesmal prüfte sie wohl etwas intensiver und kam nach einer Weile zu dem Schluss: „Sie haben Recht, gibt’s nicht mehr, Sie können aber Sport machen. Das alles ist, wenn Sie ein Club-Zimmer haben, natürlich umsonst.“ Auch das ist nur ansatzweise richtig, das Fitnesscenter steht grundsätzlich allen Gästen zur Verfügung. (…)
(InterContinental, Frankfurt)