(...) Joachim Schulz, der von 1998 bis 2007 das Cliff Hotel maßgeblich prägte, wollte sich aber einfach nicht damit abfinden, dass dieses Haus inklusive seiner Infrastruktur – trotz seiner ehemaligen Funktion als Hotel der DDR-Elite – einfach nicht die Voraussetzungen mitbrachte, jemals das Luxussegment zu bespielen. (...) Heute erzählt man sich immer noch, wie er sich damals direkt am Eingang des Restaurants einen „Chef’s Table“ einrichtete. So konnte er den Gästen signalisieren, jederzeit ansprechbar zu sein. Der Hauptgrund war jedoch, dass er sofort eingreifen wollte, falls unter den Gästen jemand war, der die Gepflogenheiten der Luxushotellerie nicht verinnerlicht hatte und etwa in kurzen Hosen und Schlabber-T-Shirt zum Frühstücksbuffet schlurfte. Diese Gäste fing er dann gleich an der Tür ab und machte sie mit dem von ihm festgelegten Dress- code vertraut. Auch wenn Schulz manchmal auf eine heftige Gegenreaktion stieß, hielt ihn das nicht von seinem strikt verfolgten Ziel ab, das Cliff Hotel so aufzustellen, dass es in jeder Hinsicht seinen Anforderungen an ein lupenreines Luxushotel entsprechen konnte. Und er ließ sich auch nicht beirren, als ein Journalist, der hier zufällig Urlaub machte, sein etwas forsches Auftreten nicht goutieren mochte und seine Eindrücke in einem launigen Bericht schilderte. Diese Art von Gegenwind war für Schulz kein Grund einzulenken, denn er war streitbar, vertrat seine Meinung gegenüber Gästen ebenso vehement wie gegenüber Vertretern der Lokalpolitik, denen er auch schon mal ganz unverblümt sagte, was er von ihnen hielt. (...)Mit Peter Schwarz, der hier bis zum heutigen Tag die Leitung innehat, scheint Dr. Lohbeck jedenfalls sehr zufrieden zu sein, weil der sich mit den Strukturen und Gegebenheiten des Cliff Hotels offenbar arrangieren kann, sich in die Rolle des Statthalters fügt und vor allem die Vorgaben aus der Zentrale ohne Wenn und Aber umsetzt. (...)
(Cliff Hotel, Sellin/Rügen)