Bertold Reul, der seit Eröffnung im Jahr 2015 dieses Haus der Derag-Hotelgruppe offiziell führt, kennen wir bereits aus Zeiten, als er noch die Verantwortung für das Nikko hier in Düsseldorf trug. In jedem Fall ist er mit dem hiesigen Hotelmarkt vertraut und auch recht gut vernetzt. Leider ist Reul für uns kein serviceorientierter Gastgeber, der, wann immer es ihm möglich ist, versucht, mit seinen Gästen ins Gespräch zu kommen, sondern eher ein nüchterner und zahlenaffiner Technokrat. In Anbetracht des Umstandes, dass das Derag de Medici ein Haus mit vielen Besonderheiten ist, die es herauszustellen gilt, sehen wir seine bisherige Performance eher kritisch. Ganz offen wird kommuniziert, dass man sich selbst im Luxussegment verortet, wohlwissend, dass man sich bei einer offiziellen Klassifizierung dann auch mit den besten Häusern der Republik messen lassen müsste. Das Zimmerprodukt, das uns irgendwie nicht so recht den Charme einer Nobelherberge vermittelt, ist dabei das eine Problem. Die Service- und Dienstleistungsqualität, die hier schwankt wie der Deutsche Aktienindex im Tagesverlauf, das andere. (…)Auf eine offizielle Erklärung, weshalb der Freizeitbereich auch an den übrigen Tagen zudem nur in sehr eingeschränkten Zeitfenstern nutzbar ist, wurde bislang verzichtet. Die Antworten der jeweils befragten Mitarbeiter wirkten jedenfalls sehr konstruiert und reichen von „… dieser Bereich wurde von den Gästen nicht so angenommen wie erwartet“ bis hin zu „… bleibt aus Gründen der Energiekosteneffizienz geschlossen“. (…)
(Derag Living Hotel de Medici, Düsseldorf)