Dieses Traditionshotel in der Mainmetropole hatte in den vergangenen Jahren viele Höhen und Tiefen zu verzeichnen. Zahlreiche Direktoren, darunter einige schillernde Persönlichkeiten, haben sich bereits an diesem Flaggschiff des Hotelkonzerns abgearbeitet. Dabei waren auch solche, die das Haus wirklich geprägt haben. Bei dem einen oder anderen konnte allerdings der Eindruck entstehen, dass dieses sehr spezielle und vor allem sehr komplexe Hotel dann doch eine Nummer zu groß für sie war. Aktuell müssen wir monieren, dass die Service- und Dienstleistungsqualität offenbar wieder schwankt, und zwar in alle Richtungen. Denn wir erleben hier Mitarbeiter, die mit einer großen Leidenschaft agieren, während andere wiederum Dienst nach Vorschrift machen. Wie gut, dass es zahlreiche Angestellte gibt, die dem Haus seit vielen Jahren verbunden sind. (…) Frank hingegen standen zuletzt im Direktionsbüro zwei Mitarbeiter zur Seite, die so agierten, als seien sie noch auf dem Weg der Selbstfindung, vieles wirkte mitunter improvisiert. Zuweilen konnte der Eindruck entstehen, dass sie das Aufgabenspektrum doch ein wenig überforderte. Vorrangig fehlte es offensichtlich vor allem an einer gut durchdachten Organisationsstruktur. (…) Florian Woithe, einer der beiden Statthalter, die hier als Hotelmanager bereits tätig waren, und der ihn bislang unterstützte, wurde im Oktober letzten Jahres die Verantwortung für das Hamburger Schwesterhotel übertragen. Das wiederum hat so manchen intimen Branchenkenner etwas verwundert, schließlich befindet sich das Hamburger Haus in einem Benchmarking mit starken Mitbewerbern und benötigt einen Direktor, der nicht nur mit reichlich Expertise, sondern auch mit weitreichender Erfahrung aufwartet. Für uns allerdings passt diese Personalentscheidung in das Gesamtbild der Verantwortlichen in der Zentrale, die aktuell den Konzern neu ausrichten. Dabei wird zuallererst ein stringentes Kostenmanagement gefahren. Dementsprechend werden oft junge Direktoren mit wenig Führungserfahrung verpflichtet. So mancher Stammgast reibt sich da verwundert die Augen, welche Blüten der Kostendruck in den jeweiligen Häusern mitunter treibt. (…) Bei den Zimmern stehen drei Kategorien, nämlich Superior, Deluxe und Grand Deluxe zur Auswahl, (…) Umschrieben werden diese Räumlichkeiten dann nur allzu gern mit dem Begriff „traditionell“. Auf Nachfrage, was man sich darunter vorzustellen habe, erklärte uns eine Mitarbeiterin: „Die sind halt nicht modern“, und schob hinterher: „Wenn Sie die Sissi-Filme kennen, dann wissen Sie, was ich meine.“ Ein sehr hilfreicher Hinweis für Gäste, die noch nie hier abgestiegen sind, der vermutlich ein Kopfkino auslösen wird.
(Steigenberger Icon Frankfurter Hof, Frankfurt)